Auf Tour #1

Berchtesgaden haben wir uns als Ausgangspunkt gewählt. Warum? Aus Bequemlichkeit und weil hier liebe Freunde wohnen, oben auf dem Obersalzberg: das muss man als Flachlandexpertin gesehen haben. Wir haben Zeit und es gibt ja fast nichts Schöneres! Dennis und Franzi freuen sich bestimmt schon 😉.

Meran haben wir uns als Ziel gewählt, weil es einfach eine schöne Stadt ist und die Bahnverbindung nach Deutschland verlässlich besteht.

Die Planung oder Was braucht man auf einer Alpenüberquerung?

  • Schlüppi
  • Zahnbürste
  • Sonnencreme
  • und sonst noch was?

Wo wollen wir eigentlich langfahren? Ach egal, irgendwie ist auch immer der Weg das Ziel.

Nee, so einfach ist es dann doch nicht und schon geht die Streckenplanung los, immer das Höhenprofil im Blick. Was traue ich mir zu? Wie fit bin ich eigentlich? Wie viel Gepäck und vor allem was nehme ich mit? Was wiegt das wohl alles?

Als körperliche Vorbereitung hatte ich ehrlicherweise nur ein paar Touren zur Arbeit, das Wochenendradeln in Niedersachsen und das Radeln an der Nordsee rund um St.Peter Ording. So maximal 120 Höhenmeter auf 80 km. Hahaha 😝. Die Idee als Vorbereitung mal zum Torfhaus im Harz hochzufahren habe ich irgendwie nicht umsetzen können. Mal hatte ich keine Zeit, mal war das Wetter nicht passend…

Gedanklich habe ich mich auf Bergauf-Mantras eingestellt; sozusagen, um die körperlichen Einschränkungen auszugleichen.

Oder vielleicht sollte ich doch Zählen oder Singen, um den inneren Schweinehund bei Laune zu halten?

Die Anreise zum Startpunkt an einem der heissesten Tage des Jahres zu Beginn der Sommerferien, war natürlich wieder passend gewählt.😜

Tag 0: Die Anreise – mit dem großen roten Auto und einem Fahrradträger

Ziel für heute: Erst einmal R U N T E R K O M M E N… und sich mental auf das Vorhaben einstimmen. Im Stau vor Nürnberg gelingt das problemlos🤣

Und bei München empfangen uns gleich noch einmal 1,5 Stunden Stau. Macht nix! Mit netten Menschen und offenen Augen, lässt sich auch der Stau genießen 😊. Meckern hilft auch so gar nicht …

Erste Lektion: Irgendwie löst sich alles in Wohlgefallen auf, wie so häufig im Leben.

Mhhh.. ganz schön hohe Berge da am Horizont. Da wollen wir also mit dem Radel durch.

Das habe ich heute schon mal gelernt:

Wenn das Vorhaben näherrückt, ändert sich die Sichtweise!

Respekt vor neuen Aufgaben zu haben ist sinnvoll!

Wenn andere an dich glauben, kommst du aus der Nummer nicht mehr so schnell raus!

Wenn andere an dir zweifeln, kommst du aus der Nummer erst recht nicht mehr raus!

Ich kann realistisch gut unter Druck planen!

Ich freue mich, ehrlich!

Tag 1: Die Landes-Grenzen und andere „überwinden“

Die erste geplante Etappe führt uns von Berchtesgaden nach Wörgl. Das sind mal eben schlappe 100 km.

Eine ruhige Nacht haben wir in Berchtesgaden auf einem Stellplatz verbracht. Nach einem entspannten Frühstück auf dem Obersalzberg bei Dennis und Franzi mit wundervollen Kindern und viel Lachen kann es losgehen.

Na toll, es geht also im strömenden Regen los.

Hey, aber das Team ist cool! Die erste Etappe machen wir zu zweit.

Motto: Die Lehr-Kraft sammelt Inspiration und Kraft für das Lehren.

Es regnet und regnet aber die Räder rollen und wir sind froh, dass die Temperatur passt und der Wind sich zurückhält. Das Gravelbike ist eindeutig besser für die Etappe geeignet als das schwerere ATB mit Motorunterstützung. Der Motor fällt auch gleich mal komplett an der ersten echten Steigung aus und das war’s dann auch mit Unterstützung in dem Bereich. Aber Hey! Sean als Coach und Unterstützung ist tausendmal besser und holt alles aus „dem menschlichen Material“ raus.

Nach 20 km Regen dann das:

Jetzt geht es Richtung St. Johann weiter. Immer fleißig rauf und runter. Da ist die erste Fahrradtour-Weisheit der Frau Mansfeld immer im Kopf: “Runterfahren ist nicht immer schön, weil es danach ja immer wieder hoch geht!“ Unsere Beine geben ihr Recht!

Für andere Situationen ist es natürlich genau das Richtige! 😉

Die erste große Pause in Lofer am Rathaus Stüberl.

Endlich Pause!!! Die Füße sind schon „warmgelaufen“. Auch sonst bei 32 Grad ’ne heiße Tour nach dem anfänglichen Regen.

Die Landschaft atemberaubend. Der Weg super ausgeschildert. Das Wetter: es ist heiß!

Ausgetrocknete Flussbetten keine Seltenheit.
Gibt’s aber auch mit ein bisschen Wasser drin.
Liebliche Landschaft und hohe Berge: ein abwechslungsreicher Mix! Ach ja der Bergdoktor lässt grüßen!

… und es gibt immer einen Weg!
…auch hübsch und gar nicht retro! WWW
Da müssen wir dann wohl durch!

Nach knapp 100 km endet die erste Etappe. Das Gravelbike ist wirklich optimal für die Tour gewählt. Beim Allterrainbike mit Motorunterstützung hat beim ersten Motoreinsatz schon der Motor schlappgemacht und jetzt ist es nur noch ohne Motor-Unterstützung einsatzbereit. Der Akku bleibt also voll 😳.

Das habe ich heute gelernt:

Planung macht Sinn! Man darf sie aber auch an die Menschen anpassen!

Ich kann über mich hinauswachsen, wenn die Dosis passt!

Die Komfortzone verlassen ist ein geiles Gefühl!

Coole Bikeschuhe sind für meine Pedalen Mist!

Sonnencreme sollte man mehrmals am Tag auftragen!

Coaching bewirkt Wunder; denn menschliche Unterstützung ist eindeutig mehr Wert als elektrische Unterstützung!

Aloe Vera pur ist der Hammer gegen Sonnenbrand! (Danke Franzi für die Erstversorgung!)

Liebe ist wichtiger als alles andere. Liebe zu Kindern noch einmal mehr. Wie gut! Man muss sie jeden Tag leben und darf Pläne dafür auch über den Haufen werfen. 😘

Tag 2: Innsbruck ich komme!

Aber erst einmal einen schönen Platz zum Frühstücken finden …

Geschafft!

Von Wörgl geht es jetzt weiter. Es ist, wer ahnt es, …. HEISS!

Danke an den Bauern für‘s Übernachtungsangebot 😉
Schau genau! Das Flugzeug auf dem Masten (da ganz hinten links) gibt’s sonst nur von der Autobahn aus zu sehen.
…und zack übern Inn!
… na toll!
DEN Jungs da hinten ist es 😐 egal. Schwups preschen sie an mir vorbei und da sie nicht wiederkommen radel ich frech hinterher.🫣
Ach deswegen!
Da hat ein Sturm gewütet.
Verrückter geht’s nimmer!
Saubere Sache: 10 km durch die Wildnis und regelmäßig ein Papierkorb und ein Spender für Hundekotbeutel 🤣
Da hinten bei den komischen Wolken liegt Innsbruck 🫣. Genau mein Zieleinlauf.
Und dann kam plötzlich das Wetterchen, setzte alles unter Wasser und riss Bäume um…
Schnell weiter und dann … Safe!

Noch 10 km bis Innsbruck. Weiter geht’s im Regen aber glücklicherweise ohne Sturm. Vieles steht unter Wasser. Die Feuerwehr ist voll im Einsatz.

Warme Pfützen! Herrlich!!!

Der Weg bleibt herausfordernd mit vielen abgerissen Ästen, umgefallenen Bäumen, Erntekisten vom angrenzenden Gurkenfeld und tiefen Pfützen.

Aber dann in Innsbruck … die Belohnung.

Im Trockenen verspeist.

Klitschnass und glücklich die zweite Etappe geschafft.

Das habe ich heute gelernt:

Es gibt sauviele nette Menschen auf der Welt!

In Innsbruck gibt es eine Eismanufaktur der Spitzenklasse!

Tomaselli Gelateria

Wetter darf man nie unterschätzen!

Ich kann beim Fahrradfahren super abschalten! (Klingt banal aber vermutlich ist Radeln für mich so ein bisschen wie Yoga für andere Menschen.)

Mit meinen Sandalen bin ich beim Radeln immer gut beraten!

Nasse Klamotten trocknen wieder!

Tipp: Wusstest du, dass du deine mit Matsch vollgespritzten Beine richtig super sauber kriegst, indem du dir die vollgesogene Radlerhose einfach an den Beinen schön langsam runterziehst und mit den Füßen noch die Restfeuchte rausstampfst? Funktioniert super. Ich brauche gar nicht mehr duschen.

Zum Abschluss noch im Gasthaus Zum Löwen in Hall am Inn gespeist. So lecker und unglaublich preiswert. Danke auch an den Campingplatz am Schwimmbad in Hall für den letzten Platz.

Salat der besonderen Art
Schlutzkrapfen mit Graukäse-Füllung
Wäschetrockner

Tag 3: Über den Reschenpass ins Vinschgau

Es regnet zur Abwechslung mal!

Die Aussichten sind trüb für das Inntal. Voraussage für den Tag: Gewitter und Regen

Trotz hoher extrinsischer Motivationsfaktoren, wie trockene Kleidung, neue Bremsbeläge…

in Innsbruck im Fachhandel erstanden und vom besten Techniker der Welt , meinem persönlichen Mick Gyver, vorschriftsmäßig installiert.

… bleibt die intrinsische Motivation zurückhaltend in Bezug auf den Einstieg in die nächste Etappe.

Der Fahrradweg rauf zum Reschenpass ist auch ordentlich matschig und besteht auf der steilen Etappe teilweise nur aus einer Treckerspur.

Also ohne schlechtes Gewissen das Begleitfahrzeug und den gutaussehenden Fahrer gebucht für einen Transport im strömenden Regen auf den Reschenpass.

Man sieht vor lauter Regenwolken nix mehr.

Dann der Start in Regenzeug noch ein paar Kilometer bergauf und dann das:

Die Sonne scheint.
Und das…
Man kann sich nicht sattsehen an dieser schönen Landschaft!

Dann die Abfahrt ins Tal. Uiiiiiii …Tempobegrenzung auf 30 macht Sinn!

Abfahrt!

Nahezu gemächlich zeigt sich die Tour dann nach den steilen Abfahrten (mit auch mal 20 % Gefälle) im weiteren Verlauf.

Am Wegesrand gibt es immer mal wieder Neues zu entdecken.

Bunker mitten in der Landschaft.
Laaser Marmorbahn: Ein sehenswertes Relikt
Zeit für eine Pause in Laas vor der letzten kleinen Strecke nach Schlanders
Und hier in Schlanders dann wieder ….Regen!

Das habe ich heute gelernt:

Bremsbeläge müssen regelmäßig gewechselt werden und sind sehr, sehr wichtig!

In den Bergen ändert sich das Wetter auch mal abrupt!

Eine Radfahrer-Hose macht bei langen Touren auf Dauer Sinn!

Das Navi hat nicht immer recht!

Wenn ich mir Zeit nehme, kann ich viel mehr entdecken und erfahren!

Mit diesen Erkenntnissen springe ich unter die heiße Dusche beim Willi auf dem Campingplatz Vogelsang und schlüpfe in meinen Schlafsack.

Tag 4: Zeit nehmen, Innehalten und die Erkenntnisse aus den vergangenen Tagen neugierig Revue passieren lassen.

Irgendwie hat mich der Ort Laas beeindruckt und ich radle noch einmal zurück, um mehr darüber zu erfahren.

Der Laaser Marmor ist weltberühmt und wohl auch der teuerste Marmor, da er unglaublich hart und beständig ist.

Es gibt in Laas eine europaweit einmalige Berufsschule für Steinmetze, die auch von namhaften Künstlern besucht wird, da man hier die Bearbeitung dieses besonders harten Steines erlernt. Pro Jahrgang gibt es bis zu 15 Plätze.

Auf dem Friedhof finden sich ausschließlich Grabsteine aus Marmor. Einige sind künstlerisch besonders bemerkenswert.

Die zankenden Engel am Grab eines Steinmetzes 😇

Auch eine spannende Information: Die Kreuze auf den amerikanischen Soldatenfriedhöfen in den USA sind allesamt aus Laaser Marmor gefertigt. Die Reste aus den Zuschnitten für die Kreuze finden sich als Straßenbelag in Laas wieder.

Laaser Marmor als Belag für Bürgersteige und Zebrastreifen.

Die New Yorker U-Bahn-Station am Ground Zero wurde komplett mit Laaser Marmor ausgestaltet. Eines der vielen internationalen Großprojekte aus Laas.

In und um Laas finden sich verschiedene Kunstwerke aus Marmor, die im Rahmen eines internationalen Kunstprojektes zum Thema Freiheit entstanden sind.

Rückgrat zeigen
… aber Augen und Mund verschließen?

Also mit dem Innehalten hat es heute nicht so wirklich geklappt. Ich bin dann noch einmal 40 km geradelt; Richtung Reschenpass zurück zu einem wirklich schönen Fischteich in Prads und dann wieder retour nach Schlanders über Laas.

Ein kleiner Hecht auf Beutezug am Fischteich in Prads.

Das habe ich heute gelernt:

Lernen gelingt, wenn man neugierig ist!

Den Weg zurückgehen eröffnet neue Perspektiven!

Ich lerne immer, wenn mich etwas „packt“!

Anderen zuhören bringt mich weiter!

Bergab zu fahren bei 34 Grad im Schatten ist schöner als bergauf!

Mein Mitradler der ersten Etappe ist nach einem spektakulären Unfall glücklicherweise wohlauf: Dafür einen Daumen hoch!

Tag 5: Das Final – Meran

Der Himmel bedeckt; also bestes Radlerwetter😁.

Ich habe heute einfach „durchgezogen“.

Mein Tracker

Zugegeben, die Herausforderungen hielten sich in Grenzen.😂

Aber es muss ja nicht immer volles Programm sein. Motivation und Kondition passen, so kann man auch die eigene Kompetenz spüren und Komfortzonen genießen.

Die Strecke geht moderat immer schön am Wasser entlang. Nette Rastplätze, teilweise künstlerisch ausgestaltet, säumen den Weg. Mir begegnen einige Radler und ich überhole wie nix. Alles easy und ruhig.

Ein Hubschraubereinsatz führt zu einer kurzfristigen Sperrung. Typisch italienisch stehen dafür ein paar Jungs am Weg und schwingen die Kelle.

Hubschrauber sind ganz normale Baustellenfahrzeuge!

Die Strecke von Schlanders bis Algund ist moderat mit kleinen Aufs und Abs; wirklich easy zu bewältigen. Erst kurz vor Meran, geht es dann in Serpentinen noch einmal mit Schwung bergab.

Vorher lohnt ein Abstecher zum Aussichtspunkt. Mit Riesenstühlen.

Und, wer hätte es gedacht, kurz vor dem Campingplatz fängt es an zu regnen.

Meine Sandalen haben’s leider nicht überlebt 😩

Man sollte Sandalen immmer erst vollständig trocknen lassen, bevor man sie wieder anzieht und neuen Strapazen unt
Knödelglück im „Knödelglück“

Eine richtig schöne Tour nimmt hier ihr Ende. Und heute wird gefeiert!

Und was hat das alles mit dem Thema SCHULE zu tun?

Ganz platt gesagt: alles. Lernen geschieht immer und überall. Auch wenn es uns als Erwachsene vielleicht nicht immer bewusst ist, auch in der Freizeit und im Beruf lernen wir jeden Tag dazu. Also Augen auf!

Auf dieser Tour habe ich alle Aspekte eines erfolgreichen Lernprozesses durchlaufen.

Von einem vagen Vorhaben im Sinne von „Och, das würde ich auch gerne mal erleben.“ bis zur konkreten Umsetzung mit allen ungeplanten Anpassungen wie „Ich nehme mir noch einen Tag mehr Zeit, weil ich unbedingt noch mehr herausfinden möchte über Laas.“ habe ich alle Phasen eines ERFOLGREICHEN Lernprozesses durchlaufen. Und das übrigens für mich mit steigender Motivation.

Das habe ich allerdings auch nur geschafft, weil es flankierend unterstützende Umstände und Menschen gab.

Ich weiß ehrlicherweise nicht, ob ich ohne diese Unterstützung mich bis zum Schluss „durchgebissen“ hätte.

Womit wir beim übergeordneten Gedanken wären in Bezug auf

Schule und Lernen für‘s Leben (?)

Schule und Unterricht müssen in besonderer Weise organisiert werden. Der Begriff Unterricht ist dabei selbstverständlich durchaus kritisch zu sehen, da der Ursprung dieses Begriffes nach wie vor auch noch „traditionell“ in einigen Köpfen Anwendung findet und mit einem Menschenbild verbunden ist, welches den Zielen und Anforderungen einer zeitgemäßen und zukunftsfähigen Schule nicht gerecht wird.

Ursprünglich wurde der Begriff „unterrichten“ synonym verwendet für anweisen, unterweisen, belehren, im Gespräch zurechtweisen, u.ä.. Diese Art des Unterrichtens ist durch eine gewisse Eindimensionalität gekennzeichnet, die Lernen als von außen gesteuerten Vorgang sieht und den Lernenden in einer passiven Rolle belässt. Wir alle kennen das vielleicht auch: Vorne steht die Lehrkraft und erzählt und erzählt und trägt das Thema ins Klassenbuch ein. Damit sollte dann auch der Lernfortschritt bei den Schülern dokumentiert sein.

Bitte auf keinen Fall falsch verstehen. Ein Lehrervortrag hat als Impuls und Motivation für einen aktivierenden Unterricht in jedem Fall seine Berechtigung. Wie immer spielt die Dosis eine entscheidende Rolle. Nach zwei Minuten konzentrierten Zuhörens sind in der Regel nur noch maximal 75% der lauschenden Personen im Unterrichtsraum in der Lage das Gehörte auch sinnvoll wiederzugeben. Nach fünf Minuten nimmt der Kreis der Personen nahezu exponentiell ab.

Schauen wir mal auf den Lernprozess und seine „Anfälligkeit“ für Störungen.

Lernerfolg organisieren:

Mein persönlicher Lernerfolg auf dieser Tour wurde dadurch ermöglicht, dass Ziele unter meiner persönlichen Ausgangslage festgelegt und nach meinem Bedarf angepasst wurden; außerdem ein bedeutsamer Aspekt: SICHERHEIT! Erst durch das Gefühl, dass ich in allen meinen Entscheidungen keiner „Gefahr“ ausgesetzt bin, war es überhaupt erst möglich die Komfortzone zu verlassen und die vielen neuen Eindrücke auch zu verarbeiten. Ein bisschen Organisation steckt wohl auch darin.

Nichts anderes soll ein erfolgreicher Unterricht bewirken.

Moderner Unterricht ist von einer hohen Aktivität des Lernenden kennzeichnet, wobei das Lernen entdeckend und von einem Kompetenzerwerb auf verschiedenen Ebenen geprägt ist. Dabei obliegt den Lehrenden Unterricht so aufzubauen, dass die Anwendung von Lern- und Arbeitstechniken, sowie die Erweiterung der inhalts- und prozessbezogenen Kompetenzen für den Lernenden in jeder Sequenz ermöglicht wird.

Die Lehrkraft agiert dabei als Lernbegleitung und „coached“ im weitesten Sinne individuell.

Diese Art des Unterrichtens erfordert eine systematische und fundierte Planung sowie eine differenzierte Erhebung der individuellen Lernausgangslage. Auch Kenntnisse über die Ziele des Lernenden sind dabei grundlegend, um einen echten Lernerfolg für jede und jeden Einzelnen zu ORGANISIEREN.

Lernen durch Erfahrungen

Erkenntnisse und Lernen ergeben sich aus Erfahrungen, die je mehr Emotionen damit verknüpft werden, auch entsprechend nachhaltiger und gefestigter wirken.

Dies betrifft sowohl positive als auch leider negative Emotionen.

Ein Beispiel für Lernen durch negative Erfahrungen:

Kennen wir ja irgendwie alle: Ein Negativbeispiel findet sich häufig im Mathematikunterricht. Erste Negativerfahrungen, die häufig durch unsensible Äußerungen von durchaus wohlwollenden Lehrkräften im Unterrichtsfach Mathematik verursacht werden, können für die gesamte Schullaufbahn dazu führen, dass das eigene Vermögen in Bezug auf einen Lernfortschritte im Fach Mathematik in Frage gestellt bleibt.

Dabei ist es eigentlich ganz einfach sich den spannenden Phänomenen, die die Mathematik zur Erklärung der Welt bietet, mit Neugierde und Freude zuzuwenden.

Mathematik begreift man in der Regel darüber, Fehler zu begehen, Zusammenhänge zu entdecken und Probleme zu lösen. Diesen inneren Ansporn zu wecken und zu erhalten, ist eine zentrale Aufgabe von Lehrkräften. Leider können geringschätzende Bemerkungen und Rückmeldungen der Lehrkraft möglicherweise auch dauerhaft den Zugang zu den spannenden Erkenntnissen der Mathematik und damit auch der eigenen Lebenswelt verhindern.

Guter Unterricht führt zu Lernerfolgen

Nicht immer sind Lehrkräfte didaktisch und methodisch für das Unterrichtsfach Mathematik so ausgebildet, dass sie ihren eigenen Untrrichtserfolg auch am Lernerfolg der Lernenden messen.

In Bezug auf diese Tour hätte ich mich einfach meinen Selbstzweifeln und den verschiedenen Problemen auf dieser Fahrt hingeben müssen, um meine Motivation auf 0 zu senken mein Ziel garantiert nicht zu erreichen.

Bleibt die Frage: Was lässt eine Person den eigenen Schweinehund immer wieder überwinden?

Hätte….hätte…Fahrradkette

Alles schön und gut. Theoretisch sind die Voraussetzungen klar. Nicht immer aber können im Lernprozess oder zu Beginn des Lernprozesses die Ziele so klar und ‚smart‘ formuliert werden. Wer weiß als Lernender schon immer genau, wo es hinführen oder langgehen soll?

Vieles ergibt sich einfach auf dem Weg zum Teilziel oder vagen Ziel. Dabei spielen andere Menschen eine große Rolle. Vorbilder und Mitstreiter beeinflussen die eigenen Ziele. Ziele verändern sich je nach Erfolg oder Misserfolg. Ein stetiger Abgleich ist aus diesem Grund auch während des Lernprozesses notwendig.

Insbesondere als Lehrkraft ist dieses mit den Lernenden zu kommunizieren, um die eigenen Planungen entsprechend dynamisch anzupassen.

Ein Beispiel für Lernen durch positive Erfahrungen:

Eine wesentliche Voraussetzung für den persönlichen Lernerfolg ist in jedem Fall eine gute Selbsteinschätzung und die Fähigkeit sich ein Ziel und erste Teilziele realistisch zu stecken. Dazu kommt gewiss auch, dass man sich selbst verzeiht, wenn einzelne Teilziele nicht erreicht werden. Sich dann aufzuraffen und passende Alternativen zu entwickeln und dabei nicht ans Aufgeben zu denken, zeugt von Persönlichkeitsstärke, die erfolgreiche Bewältigung erst ermöglicht.

Lernen muss und darf man auch lernen! Sich Ziele stecken übrigens auch!

Klar muss man auch bereit sein und sozusagen aus sich heraus motiviert sich Neuem zuzuwenden und Altes anzuwenden. Ein Faktor ist allerdings besonders bedeutsam: Alle Lernenden benötigen in ihrem jeweiligen Lernprozess Menschen, die sie ermutigen, die an sie glauben, die unerschütterlich auch schwierige Entwicklungsstufen mit ihnen gemeinsam begehen und die ihnen als Vorbild dienen.

Und klein fängt man bekanntlich an 😉

Und nicht zuletzt ein Riesendankeschön an die Menschen, ohne die diese Tour nicht möglich gewesen wäre:

Michael „Mick Gyver„ den Mann für wirklich alle Fälle; Sean, den Etappen-Mitradler und motivierenden Berater; Yana, die alles mit getragen und unterstützt hat; Enya für das Anfeuern „Go, Go, Go!“; Franzi und Dennis für die liebe Gastfreundschaft; Jano und Fiete für die schönen Kuss-Momente; meinen Schwestern und Bine für die mentale Unterstützung; die vielen Menschen auf meinem Weg, die durch leckere Speisen, anregende Gespräche und Gastfreundschaft mir viele fröhliche Momente auf dem Weg beschert haben und natürlich an Sabine, die mir auf der Arbeit den Rücken freigehalten hat 🥰.

Ein Gedanke zu „Auf Tour #1“

  1. Liebe Natalia, das sind ja spannende Impressionen eines schönen Alpencross, der durch die Perspektive des eigenen Lernens eine ganz persönliche Färbung erhält.
    Danke für die tollen Aufnahmen und unterhaltsamen Anekdoten.
    Respekt, dass du dich trotz des Motorschadens zu Beginn nicht hast entmutigen lassen!

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